1. "Asylum" (dt. "Stella", wird allerdings aktuell nicht verlegt) von Patrick McGrath. Angefangen hat mein Lesemonat direkt mit einem Highlight. "Asylum" spielt in den 50er Jahren und erzählt die Geschichte von Stella, die mit ihrem Mann, einem Psychiater, auf dem Gelände einer Einrichtung für psychisch kranke, gefährliche Straftäter wohnt und sich in einen der dortigen Patienten verliebt. Es entwickelt sich eine obsessive Affäre zwischen den beiden und das ganze nimmt einen tragischen Verlauf. Mich konnte dieses Buch wirklich beeindrucken, es war sehr geschickt erzählt (Protagonist ist ein Kollege des Ehemannes) und atmosphärisch beschrieben. Ich hätte Stella an so mancher Stelle gerne an den Schultern gepackt und einmal kräftig geschüttelt, damit sie vielleicht doch endlich aufwacht und sieht, wie ungesund sich das Ganze entwickelt. Aber als Leser ist man ja leider machtlos und kann nur dabei zusehen, wie Charaktere in ihr Verderben laufen. Dafür sagt es aber einiges über die Qualität des Schreibstils aus, wenn ich so mitfiebern kann. Ich möchte mir unbedingt noch andere Bücher von Patrick McGrath ansehen, er könnte nämlich definitiv zu einer meiner Top-Neuentdeckungen werden. 
  2. "The Girl who circumnavigated Fairyland in a ship of her own making" (dt. "Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte") von Catherynne M. Valente. Was für ein Titel! Aber den Inhalt beschreibt er tatsächlich ganz gut, denn genau darum geht es in diesem Buch. Insgesamt erinnert die Art der Geschichte sehr an Alice im Wunderland, was aber nicht heißen soll, dass sie in irgendeiner Weise abgekupfert wirkt. Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar, teilweise fast schon poetisch und es hat mir unheimlichen Spaß gemacht, ihren Worten zu folgen und über Septembers Abenteuer zu lesen. Für alle Alice Fans definitiv einen Blick wert!
  3. "Fangirl" (dt. "Fangirl") von Rainbow Rowell. Gibt es irgendjemanden da draußen, der auf Goodreads aktiv ist, Bücherblogs verfolgt oder Booktuber guckt und von diesem Buch noch nichts gehört hat? Ich denke nicht. Es ist sicher eines der am meisten gehypten Jugendbücher der letzten zwei Jahre und das hat mich bisher erfolgreich abgeschreckt, obwohl ich von Rainbow Rowell vorher ja bereits "Eleanor & Park" gelesen habe und davon wirklich positiv überrascht war. Ich habe keine einzige negative Stimme zu diesem Buch gehört, dafür umso mehr begeisterte und natürlich steigern sich dadurch auch die eigenen Erwartungen an ein Buch. Und weil ich mit Hypes schon oft einen Griff ins Klo gelandet habe, bin ich da vorsichtig geworden. Nachdem das Buch also schon seit geraumer Zeit auf meinem Kindle geschlummert hat, habe ich mich im Februar endlich dazu überwunden, es zu lesen und ich kann schon mal vorneweg sagen, dass es mich nicht enttäuscht hat. Rainbow Rowell hat einen wunderschönen, flüssigen Schreibstil und eine Art und Weise, Geschichten zu erzählen, die mich wirklich mitreißen kann und sogar ein bisschen süchtig macht. Ich konnte "Fangirl" kaum aus der Hand legen, weil ich immer wissen wollte, was als nächstes passiert. Die Charaktere und die Dynamik zwischen ihnen war klasse und die Liebesgeschichte nicht zu kitschig. Für mich ein absolutes Wohlfühlbuch und den Hype verstehe ich jetzt auch. 
  4. "Die Seiten der Welt" von Kai Meyer. Ich hab es mir als Audiobook angehört und ich fand, dass der Sprecher einen sehr guten Job gemacht hat. Die Geschichte war sehr fantasievoll, die Charaktere recht liebenswürdig und die Welt hat es mir schon ein bisschen angetan mit all ihren Büchern und der Bibliomantik (eine Art Magie, die eng mit Büchern zusammenhängt und über die nur wenige Menschen verfügen). Gerade der Anfang hat mich wirklich begeistert, danach hatte es meiner Meinung nach immer mal wieder kleinere Schwächen und Wendungen, mit denen ich nicht zu hundert Prozent glücklich war. Alles in allem hat es mir aber doch recht gut gefallen und ich werde die Trilogie weiterverfolgen, wahrscheinlich weiterhin in Hörbuchform. 
  5. "The Woman in Black" (dt. "Die Frau in Schwarz") von Susan Hill. Obwohl dieses Buch erst Anfang der 80er erschienen ist und Susan Hill noch lebt und schreibt, zählt "The Woman in Black" bereits zu den Klassikern und solche Fälle faszinieren mich immer ziemlich. Und da Schauerliteratur sowie so zu meinen absoluten Lieblingsgenres gehört, steht dieses Buch auch schon eine ganze Weile auf meiner Möchte-ich-unbedingt-lesen-Liste. Ein verlassendes, einsames Haus im Moor verspricht eine wunderbar schaurige Atmosphäre und meine Erwartungen hat dieses Buch vollends erfüllt. Es hat überhaupt nicht viel Action gebraucht, um mir ein Schaudern über den Rücken zu jagen und als ich das Buch nach der letzten Seite zugeschlagen  habe, hatte ich tatsächlich Gänsehaut. Ich würde dieses Buch auf jeden Fall allen empfehlen, die ebenfalls Fans von Schauerliteratur/ Gothic Fiction sind. Ich habe die gleichnamige Verfilmung übrigens bisher nicht gesehen, habe mir aber sagen lassen, dass es schon einige Abweichungen gibt. 
  6. "The Savages" (bisher nicht übersetzt) von Matt Whyman. Ein super lustiges, kurzweiliges Buch, dass mich wirklich gut unterhalten hat. Es geht hier um die Familie Savage, die etwas ungewöhnlich ist. Nicht nur weil Vater Titus krumme Geschäfte abzieht, Mutter Angelica ihren Berg Kreditkartenschulden nicht unter Kontrolle bringt oder Sohn Ivan offensichtlich Probleme hat, wenn es darum geht sich so zu verhalten, dass es sozial akzeptabel ist. Nein, die Savages hüten ein deutlich größerer Geheimnis: sie sind Kannibalen aus Überzeugung. Und als sich die älteste Tochter ausgerechnet in einen Vegetarier verliebt, sorgt das für ganz schön Zündstoff. Das Buch war sehr locker und mit viel Witz geschrieben und sehr unterhaltsam. Für Zwischendurch fand ich es ideal und würde es auch weiterempfehlen, man darf sich nur nicht erwarten, dass man hier etwas tiefgründiges geliefert bekommt. 
  7. "Macbeth" (dt. "Macbeth") von William Shakespeare. Ich habe damals in der Oberstufe ein Seminar über Shakespeare belegt und nachdem ich mich anderthalb Jahre mit Shakespeares Leben und seinen Werken auseinandersetzen musste - begleitet von einem Lehrer, der mir jeglichen Spaß an der Sache genommen hat - hatte ich das Gefühl, dass ich wahrscheinlich nie wieder zu etwas von Shakespeare greifen werde. War wohl etwas übereilt geurteilt, denn tatsächlich hatte ich jetzt schon seit längerer Zeit Lust, mal wieder ein Stück von ihm zu lesen. Mein Wahl fiel dabei auf Macbeth, weil es schon seit diesem Seminar ungelesen in meinem Regal verstaubt ist. An den groben Handlungsverlauf konnte ich mich noch erinnern, besonders spannend war es also nicht, aber es mir trotzdem mal wieder Spaß gemacht. Shakespears Englisch ist eben doch mal wieder eine nette Abwechslung zu den etwas zeitgenössischeren Büchern. 
  8. "Der Fürst des Parnass" von Carlos Ruìz Zafón. Dass ich Zafóns Schreibstil liebe habe ich auf meinem Blog ja bereits an anderer Stelle erwähnt und auch für dieses dünne Büchlein mit gerade mal 84 Seiten hat sich das wieder bestätigt. Über die Handlung möchte ich gar nicht viel verraten, denn ich glaube, dass jedes Wort, dass ich vorwegnehme bei einer Geschichte mit so geringem Umfang zu viel wäre. Ich sage nur, dass sie im Barcelona des 16. Jahrhunderts spielt und quasi die Vorgeschichte zum Friedhof der verlassenen Bücher darstellt. Mir hat sie wirklich gut gefallen, auch wenn sie meinetwegen gerne noch etwas länger hätte sein dürfen. Nichtsdestotrotz eine Leseempfehlung von mir für alle, die auch den Schatten des Windes und die restliche Reihe toll fanden. 
  9. "A Slip under the Microscope" von H.G. Wells. Wells mag ich allgemein sehr gerne, ich hab vorher allerdings noch keine seiner Kurzgeschichten gelesen und war ganz gespannt, ob mir die beiden, die in diesem Büchlein enthalten sind, auch so gut gefallen würden wie seine Romane. Ich fand sowohl die titelgebende Geschichte, als auch "A Door in the Wall" sehr gut, letztere mochte ich sogar noch ein kleines bisschen lieber, weil hier auch fantastische Elemente vorkommen. Ich kann H.G. Well im allgemeinen weiterempfehlen und diese beiden Kurzgeschichten insbesondere, wenn man sich nicht direkt an einen ganzen Roman wagen möchte. Überhaupt ist diese Penguin Little Black Classics Reihe ideal, um sich vorsichtig an neue Autoren heranzutasten 
  10. "The Queen of the Tearling" (dt. "Königin der Schatten") von Erika Johansen. Mein Lesemonat hat zwar mit einem Highlight begonnen, aber leider auch mit einem Flop geendet, dabei hatte ich vorher so viel gutes über dieses Buch aufgeschnappt und dass es von außen so wunderschön ist, hat vielleicht auch dazu beigetragen, dass ich hohe Erwartungen an den Inhalt hatte. Es handelt sich bei diesem Buch um den Auftakt einer Fantasy-Trilogie und erzählt wird die Geschichte von Kelsea, die mit ihren 19 Jahren den Thron besteigen und somit die Verantwortung über ein ganzes Königreich übernehmen muss. Aufgewachsen ist sie jedoch fernab von alledem und der eher katastrophale Zustand des Landes wird ihr erst nach und nach bewusst. So weit so gut, klang für mich erst mal nach einer interessanten Prämisse. Besonders neugierig war ich auch, weil dieses Buch trotz der jungen Protagonistin nicht ins Jugendbuchgenre eingeordnet wird. Umso enttäuschter war ich allerdings, als ich in Kelsea genau die gleiche klischeehafte Darstellung einer starken jungen weiblichen Protagonistin wiederentdeckt habe, die momentan in Jugendbücher so oft wiedergekaut werden, dass sie zu einem total farblosen Brei geworden sind. Für mich sind sie alle untereinander komplett austauschbar, weil sie außer ein paar obligatorischen Eigenschaften (wie zum Beispiel einer gewissen Portion Aufsässigkeit und Trotz und der Bereitschaft, ihr Leben ohne auch nur einen Moment zu Zögern für andere auf's Spiel zu setzen) so viel Persönlichkeit haben, wie eine Scheibe Brot. Oh, fast hätte ich es vergessen: Es gibt doch etwas, was Kelsea von all den anderen unterscheidet - sie ist dick und insgesamt wohl nicht auffallend attraktiv. Wow, wenn sie das nicht zu etwas Besonderem macht... Auch alle anderen Figuren in diesem Buch wirken sehr Stereotyp auf mich, der ganzen Welt fehlt eine plausible Hintergrundgeschichte und einige Elemente in diesem Geschichte ergeben eher wenig Sinn. Es gibt zum Beispiel Menschen mit seherischen Fähigkeiten, allerdings haben die natürlich nur dann Visionen, wenn es für den Plot gerade nützlich ist. Alles in allem hat mich einfach so vieles an diesem Buch gestört, dass mich auch der doch recht angenehme Schreibstil nicht vor Frust bewahren konnte. 
Erzählt mir doch, was eure Tops und Flops der letzten Zeit waren oder was ihr momentan lest. Und ihr dürft euch auch gerne mit mir auf Goodreads anfreunden, ich sehe immer total gerne, was andere gerade so lesen oder neu entdeckt haben :)




#613 #615 #616 #614
War definitiv all die schrägen Seitenblicke wert, die einem die Leute im Bus zuwerfen, wenn man mit 10 bunten Heliumballons durch die Gegend fährt. Besonders, weil sich die meisten ein Lächeln bei diesem Anblick doch nicht verkneifen können. Ballons haben einfach etwas magisches an sich und stecken einen mit ihrer Unbeschwertheit an. 
#610
Ich weiß nicht wie es um euch bestellt ist, aber ich persönlich liebe ja Käsekuchen, Schwarzwälder-Kirsch-Torte und alles, was schokoladig ist. Und weil ich mal wieder Lust auf ein Küchenexperiment hatte, hab ich einen Kuchen kreiert, der all diese Wünsche auf einmal erfüllt. Ich bin tatsächlich ein bisschen Stolz darauf, wie gut das direkt beim ersten Anlauf geklappt hat und möchte das Ergebnis und das Rezept mit euch teilen. 

Die Mengenangaben in der Zutatenliste beziehen sich auf eine normal große Springform. Ich hab den Kuchen in einer etwas kleineres Form (ø16cm) gebacken und jeweils ca. 2/3 davon verwendet. 

Zutaten: 
  • 200g Schokokekse (ich rate zu den Leibniz Kakaokeksen)
  • 100g Butter
  • 3 Packungen Philadelphia Original (ergeben 525g)
  • 120g Crème fraîche
  • 80g Zucker
  • 3 große Eier
  • 2 gestrichene EL Speisestärke
  • 6 EL ungesüßtes Kakaopulver
  • 2 EL Kirschwasser
  • 200g abgetropfte Kirschen aus dem Glas
  • 60g dunkle Schokolade oder Kuvertüre
  • 2-3 EL Sahne
#611
  1. Zubereitung des Bodens: Springform einfetten und mit Backpapier auskleiden. Kekse in einen gut verschließbaren Gefrierbeutel füllen und mit einem Nudelholz zu Krümeln klopfen. Butter in einem Topf schmelzen und mit den Kekskrümeln vermischen. Ab in die Springform damit, festdrücken und in den Kühlschrank stellen.
  2. Zubereitung der Käsecrème: Philadelphia, Crème fraîche, Zucker und Eier mit einem Handrührgerät verrühren, bis eine einheitliche Masse entsteht. Speisestärke, Kakaopulver und Kirschwasser hinzufügen und gut unterrühren. Einen Teil der Crème auf dem Boden verteilen, bis er dünn damit bedeckt ist. Abgetropfte Kirschen darauf verteilen und mit der restlichen Käsecreme bedecken. Bei 150°C Heißluft für ca. 50 min. backen. Danach langsam auskühlen lassen.
  3. Zubereitung der Ganache: Schokolade über einem Wasserbad schmelzen und mit Sahne verrühren. Etwas abkühlen lassen, damit die Masse nicht zu flüssig ist und über dem abgekühlten Kuchen verteilen. 
#612