Nachdem meine monatliche Leserückblicke eine ganze Weile ausgesetzt haben (und von einigen tatsächlich vermisst wurden!) bin ich jetzt wieder hochmotiviert und möchte euch  heute all die Bücher kurz und knapp vorstellen, die ich im August gelesen habe. Der August war lesetechnisch  tatsächlich sogar ein sehr erfolgreicher Monat für mich, denn nach der langen Reise im Juli hatte ich akuten Erholungsbedarf und musste dringend ein bisschen Urlaub vom Urlaub machen und was gibt's da schöneres, als es sich mit einem Buch gemütlich zu machen? Richtig, nichts! Und so hab ich vergangenen Monat tatsächlich ganze 10 Bücher gelesen, macht euch also auf einen etwas längeren Post gefasst ;)

#596 What I read in August
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Gelesen als E-Books; Coverbilder via Goodreads.
Dexter: Orion Books Charlie Bone: Egmont
  1. "The Wizard of Oz" (dt. "Der Zauberer von Oz") von Frank L. Baum. Ich habe dieses Buch jetzt zum zweiten Mal gelesen (irgendwie musste ich ja vor mir selbst rechtfertigen, dass ich mir diese wunderschöne Ausgabe gekauft habe, obwohl ich schon eine andere besessen habe) und mir hat es dieses Mal tatsächlich noch besser gefallen. Das liegt vermutlich daran, dass ich mich weniger auf den Verlauf der Geschichte konzentriert habe, weil ich zumindest noch grob wusste, was nacheinander passieren wird und deshalb den einzelnen Worten mehr Aufmerksamkeit schenken konnte und an schönen Ausdrücken und zitatwürdigen Sätzen mangelt es in diesem Büchlein auf keinen Fall: "I shall take the heart. For brains do not make one happy, and happiness is the best thing in the world", "I think you are wrong to want a heart. It makes most people unhappy. If you only knew it, you are in luck not to have a heart.", uvm. Ich finde, dass dieses Buch eine wunderschöne Aussage zu vermitteln hat, verpackt in einer netten, wenn auch eher kurzweiligen Geschichte. Falls ihr diesen Klassiker noch nicht gelesen habt, kann ich ihn euch wirklich ans Herz legen!
  2. "Marina" von Carlos Ruiz Zafón war vielleicht mein Highlight im letzten Monat. Es geht hier um einen Jungen namens Oscar, der in einem Internat in 1980er Barcelona lebt und auf eher abwegige Art Freundschaft mit einem Mädchen names Marina schließt. Es dauert nicht besonders lang, bis die beiden einem Geheimnis auf der Spur sind und in mysteriöse Vorkommnisse verstrickt werden. Dieses Buch ist vieles: eine coming-of-age-story, ein bisschen Liebesgeschichte, ein trauriges Drama, viel Mystery und ein kleines bisschen Horror. Insgesamt erinnert es mich sehr an das klassische Gothic Fiction Genre, was ich persönlich wirklich gerne mag. Außerdem muss ich gestehen, dass mich das Ende schon einige Tränen gekostet hat - trotzdem war ich unheimlich zufrieden, als ich das Buch zuklappen konnte. Carlos Ruiz Zafón hat einen (für mich) anfangs leicht gewöhnungsbedürftigen Schreibstil, aber schon nach wenigen Seiten hat mich das Buch komplett gefesselt. Ich kann es wirklich sehr empfehlen!
  3. "The Silkworm" (dt. "Der Seidenspinner") von Robert Galbraith aka. J.K. Rowling. Ich liebe Harry Potter, ich war total begeistert von "The Casual Vacancy" und auch "The Cuckoo's Calling" hat mich nicht enttäuscht. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis ich den zweiten Teil der Cormoran Strike Reihe lese. Im August war es dann endlich so weit und auch dieses Mal hat mich J.K. Rowling meine Erwartungen erfüllt. Ich denke, ich mochte es sogar noch etwas lieber als den Vorgänger, weil ich hier das Setting so toll fand, immerhin ist das Verschwinden eines Autors, der vorher für ganz schön viel Aufruhr in der Verlagsszene gesorgt hat, für alle Bücherliebhaber wahrscheinlich besonders ansprechend. Im Gegensatz zu Cuckoo's Calling gibt es hier einige recht detaillierte Beschreibungen, die eher empfindlichen Leuten vermutlich schon etwas zu weit gehen könnten, ich für meinen Teil habe damit aber keine Probleme. Ansonsten war ich wie auch schon bei Band 1 durchgehend am rätseln, was denn nun passiert ist, wer Schuld ist und welches Motiv dahinter stecken könnte und war mit der Auflösung letztlich auch ganz zufrieden. J.K. Rowling spannt einen da allerdings wirklich auf die Folter, denn selbst zu dem Zeitpunkt, an dem Cormoran den Fall geknackt hat, weiß man als Leser noch längst nicht, wer denn nun der Täter war. Ich habe unseren Privatdetektiv Cormoran, der sich zugegebenermaßen nicht immer besonders liebenswert verhält (er hat einige Ähnlichkeiten mit den ganzen verkorksten Polizisten, die man besonders aus skandinavischen Krimis gewohnt ist) und seine Assistentin Robin als Duo mittlerweile wirklich ins Herz geschlossen und bin gespannt, wie es mit den beiden in den nächsten Teilen weitergehen wird. 
  4. "Alice" von Christina Henry (bisher nicht übersetzt) ist eine neue Interpretation von Alice im Wunderland, allerdings definitiv nicht für Kinder geeignet. Alice befindet sich zu Beginn des Romans in einer psychiatrischen Klinik, nachdem sie ein traumatisches Erlebnis hatte, an das sie sich nicht mehr erinnern kann, außer daran, dass alles als Teeparty angefangen hat, ein "Hase" involviert war und ihr das Blut an den Beinen heruntergelaufen ist, als sich sich befreien konnte. Doch eines Tages entkommt sie der Klinik und muss den Dämonen ihrer Vergangenheit gegenübertreten. Das Buch beinhaltet viele, viele Grausamkeiten (Verstümmelung, Frauenhandel und insbesondere auch Vergewaltigung) und auch einige recht bildliche Beschreibungen, bei denen ich mich beim Lesen teilweise schon unwohl gefühlt habe, dabei bin ich wirklich nicht besonders zimperlich. Ich wollte darauf auf jeden Fall hinweisen, aber für alle, die das nicht abschreckt, kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen. Es ist keine Wiedererzählung, die sich sehr nahe an dem Ausgangswerk orientiert, aber es gibt ein paar Parallelen und Figuren und ich denke, Christina Henry hat eine sehr einzigartige, dunkle Interpretation des Wunderlands erschaffen. Ich habe erst im Nachhinein gesehen, dass es wohl noch einen zweiten Teil geben wird, meiner Meinung nach ist Geschichte in sich aber abgeschlossen.
  5. "The Martian" (dt. "Der Marsianer") von Andy Weir. Unser Protagonist Mark Watney ist wahrscheinlich der einsamste Mensch des Universums, denn wer sonst kann von sich behaupten, ganz alleine und verlassen auf einem Planet zu sein. Nachdem die Marsmission, an der er beteiligt war, vorzeitig abgebrochen werden musste und er von seinen Kameraden totgeglaubt alleine zurückgelassen wird, steht er plötzlich komplett neuen Herausforderungen gegenüber, auf die er nicht von der NASA vorbereitet wurde. Vom technischen/wissenschaftlichen Standpunkt aus erscheint mir dieses Buch wirklich gut recherchiert und relativ glaubwürdig. Deutlich unrealistischer finde ich das Verhalten und den psychischen Zustand von Mark, denn an einen Menschen, der alleine auf dem Mars immer noch so viele Witze reißt und quasi nie länger als 24 Stunden in Verzweiflung verfällt, an den glaube ich nicht. Überhaut hat Marks Erfindungsreichtum auch sehr starke MacGyver-Züge und auf die Lösung eines scheinbar unlösbaren Problems braucht man nie allzu lange zu warten. Unterhaltsam ist das Buch aber auf alle Fälle, man sollte nur keine besonders hohen Ansprüche an den Realismus stellen. Wenn man aber ein humoristisches, kurzweiliges Sci-Fi-Buch (ohne Außerirdische) sucht, ist man mit "Der Marsianer" sehr gut beraten. 
  6. "Station Eleven" (dt. "Das Licht der letzten Tage", gerade frisch auf Deutsch erschienen) von Emily St. John Mandel. "Station Eleven" ist ein postapokalyptischer Roman: der Großteil der Menschheit ist einem aggressiven Virus zum Opfer gefallen, nur sehr wenig konnten sich rechtzeitig isolieren und überleben. Obwohl es im Prinzip um das Ende und den Zerfall der Zivilisation geht und die Situation ziemlich elend ist, fokussiert sich dieses Buch auf die Hoffnung, auf Zusammenhalt und Wiederaufbau, was ich sehr toll fand. Man hat hier viele Zeitsprünge, unterschiedliche Perspektiven und setzt alle Geschehnisse und Schicksale nach und nach zusammen - mich persönlich fesselt so etwas immer enorm. Emily St. John Mandels Schreibstil fand ich sehr angenehm und insgesamt recht poetisch, einige Stelle habe ich tatsächlich mehrfach gelesen, alleine, weil sie so schön formuliert waren. Diese Buch zählt sicher nicht zu den actionreichsten Endzeitromanen, die es auf dem Buchmarkt gibt, für mich persönlich steht es in diesem Genre allerdings aktuell wirklich ganz oben auf der Liste. Endlich mal ein dystopischer Roman, der ohne unrealistisch selbstlose und aufopferungsbereite Teenager auskommt. Große Leseempfehlung meinerseits!
  7. "Harry Potter and the Deathly Hallows" (dt. "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes")  von J.K. Rowling. Ich habe keine Ahnung, wie oft ich die Harry Potter Bücher schon gelesen habe, sicher weit über 10 mal. Mehr muss ich wahrscheinlich gar nicht sagen, um auszudrücken, wie sehr ich diese Reihe liebe. Band 7 ist neben Band 3 mein Lieblingsteil und ich hatte auch beim x-ten mal lesen wieder meinen Spaß und ein paar Tränchen verdrückt. Ich muss mich momentan wirklich beherrschen, nicht direkt wieder mit Philosopher's Stone anzufangen und zumindest so lange zu warten, bis ich die heiß ersehnte illustrierte Ausgabe in meinen Händen halte, die jetzt Anfang Oktober erscheint. 
  8. "Dexter is Dead" von Jeff Lindsay ist der finale Teil in der Buchreihe um Blutspurenanalyst und Serienmörder-Serienmörder Dexter. Obwohl die TV Serie "Dexter" auch in Deutschland doch ziemlich bekannt und beliebt war/ist, scheinen die Bücher hier keinen großen Absatz zu finden. Zumindest wurden die letzten Teile der Reihe nicht mehr übersetzt und verlegt. Ich hab sowohl die Serie gesehen als auch die Bücher gelesen und möchte dazu sagen, dass es abgesehen von der groben Handlung in Buch 1 und Staffel 1 und dem Cast an Charakteren keinerlei Zusammenhänge bestehen. Nachdem ich vom Serienfinale maßlos enttäuscht war, war ich wirklich extrem gespannt darauf, welches Ende Buch-Dexter nehmen wird und war letztlich mit dem Finale in diesem Buch sehr, sehr viel zufriedeneren als mit dem Ende der TV-Serie. Solltet ihr also zu den Dexter-Fans gehören, die die Serie geliebt haben, aber sich nicht mit dem Ende abfinden konnten, dann kann ich die Dexter-Bücher wirklich empfehlen. Es gibt zwischendurch ein paar Schwächen, aber alles in allem sind sie wirklich unterhaltsam, witzig geschrieben und auf eine Art und Weise abgeschlossen, mit der man zufrieden sein kann. 
  9. "Midnight for Charlie Bone" und
  10. "Charlie Bone and the Time Twister", beide von Jenny Nimmo. Hier handelt es sich um eine  Kinderbuchreihe, die relativ oft mit Harry Potter verglichen wird, was meine Aufmerksamkeit geweckt hat. Charlie Bone hat eine außergewöhnliche Begabung: er kann Personen aus Fotografien und Bildern sprechen hören. Nachdem diese Fähigkeit ans Licht kommt, muss er an die Bloors Akademie wechseln, denn dort werden Kinder mit besonderen Talenten aufgenommen. Alles in allem waren die beiden Bücher unterhaltsam und sehr kurzweilig. Charlie Bone selbst kommt mir persönlich wie eine Mischung aus Harry Potter und Charlie Bucket (von "Charlie und die Schokoladenfabrik") vor. Abgesehen davon ist der Vergleich mit der Harry Potter Welt aber für mich nicht wirklich nachvollziehbar, den die "Magie" ist in der Charlie Bone Reihe eine komplett andere. Ich denke, dass die Charlie Bone Reihe vor allem für Kinder geeignet ist, die für Harry Potter noch zu jung sind - hier sind die Probleme doch längst nicht so bedrohlich und deutlich leichter zu lösen. Außerdem ist die Welt nicht so komplex aufgebaut. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Bücher weiterverfolgen werden. 
Was habt ihr in letzter Zeit gelesen? Was waren eure Buch-Highlights der letzten Monate?

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