#515 Prague I #518 Prague V #516 Prague II #517 Prague III #520 Prague VI #518 Prague IV
Diesen Monat war ich für 3 Nächte mit meiner Familie in Prag. Kaum zu glauben, dass ich diese Stadt nicht schon vorher besucht habe, schließlich liegt meine Heimat quasi fast direkt an der tschechischen Grenze und auf der Landkarte auch ungefähr auf der gleichen Höhe wie Prag. Aber wie es so schön heißt: Besser spät als nie - deshalb haben meine Schwester und ich unseren Eltern letztes Weihnachten ganz uneigennützig die Übernachtungen geschenkt und unsere gleich mitgebucht. Angereist sind wir mit dem Zug, bei uns gibt es nämlich ein "Prag spezial" Angebot von der DB, sodass man für schlappe 43€ hin- und zurückfahren kann. Unser Hotel war in Ordnung, auf jeden Fall sauber und das Personal war freundlich, aber insgesamt war es nichts besonderes, deshalb hab ich diesbezüglich keinen heißen Geheimtipp für euch, zumal die Lage auch nicht ganz ideal war. Insgesamt kam ich leider nicht dazu, allzu viele Fotos zu machen, aber ein Prag-Post wird definitiv noch folgen und in dem erzähle ich euch dann auch genauer, wie unsere Eindrücke von der Stadt sind, was wir uns angeschaut haben etc. 

Wo ging eure letzte Reise hin? Wart ihr schon mal in Prag?
Das Ende letzten Jahres und der Anfang dieses Jahres verliefen leider recht chaotisch und anstrengend bei mir. Ich hab's einfach nicht hingekriegt, einen kleinen Weihnachtspost zu verfassen, eine Jahresrückblick zusammen- zustellen und euch allen einen guten Rutsch zu wünschen. Aber jetzt bin ich mit meinen Prüfungen für's erste durch und hab wieder Lust darauf, mich um meinen Blog zu kümmern und fange direkt damit an, euch ein bisschen was über die Bücher zu erzählen, die ich im letzten Monat gelesen habe.

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  1. "We are all completely beside ourselves" (dt. "Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke" - Release: 11. Mai 2015) von Karen Joy Fowler. Das erste Buch, dass ich dieses Jahr gelesen habe und direkt ein Highlight. Ich habe es angefangen, ohne etwas über die Geschichte zu wissen - nicht mal den Klappentext hab ich mir vorher durchgelesen. Das einzige, was ich wusste, war, dass es auf der Shortlist für den Man Booker Prize 2014 stand und als es dann im Zuge einer Kindle Aktion stark reduziert war, hab ich es mir spontan runtergeladen. Ich bin mir nicht sicher, was ich über den Inhalt verraten soll, weil nach den ersten Kapiteln etwas aufgedeckt wird, was dem dem Buch plötzlich in eine komplett andere Thematik verpasst. Mich persönlich hat das sehr positiv überrascht, denn so war es auf einmal nicht mehr nur eine Geschichte über eine Familie, in der etwas mächtig schief gelaufen ist, sondern ein Buch, dass sich mit einem ernsterem Thema beschäftigt und damit ziemlich einzigartig ist. Es ist keine actiongeladene Geschichte und stellenweise kann es etwas langatmig sein. Trotzdem kann ich es wirklich nur empfehlen, denn neben dem Thema fand ich auch den Schreibstil und den Aufbau sehr gelungen. Meiner Meinung nach auf jeden Fall lesenswert!
  2. "Northern Lights" (dt. "Der goldene Kompass") von Philip Pullman. Der erste Teil der "His Dark Materials"-Trilogie. Ich denke, den meisten dürfte diese Trilogie oder die Verfilmung dazu ein Begriff sein (wobei ich oft gehört habe, dass letztere wohl nicht sonderlich gelungen ist). Ich hatte diese Bücher schon seit längerem auf dem Radar und nachdem ich dann eine wunderschöne Ausgabe mit allen drei Teilen gefunden habe, war die Zeit dazu gekommen. Ich hab dann auch bereits während der Weihnachtsfeiertage angefangen zu lesen, hab den ersten Teil aber erst Anfang/Mitte Januar beendet. Ich kann gar nicht genau sagen, weshalb ich so lange dafür gebraucht habe, denn spannend war es definitiv, aber ich hatte Probleme damit, mich wirklich in die Geschichte zu vertiefen (was wohl mehr an mir und weniger an dem Buch lag). Entsprechend hab ich leider auch nicht allzu sehr mitgefiebert und die eigentlich ziemlich traurigen Stellen haben mich zwar nicht kalt gelassen, aber auch nicht so sehr berührt, wie ich's eigentlich gewollt hätte. Ich weiß nicht, ob ich einfach mit dem nächsten Teil weiterlesen soll, oder ob ich die Trilogie nicht lieber in ein paar Monaten (zur Herbst-/Winterzeit) von vorne anpacken möchte. Ich bin nämlich absolut überzeugt davon, dass ich diese Bücher wirklich lieben könnte, wenn ich sie zum richtigen Zeitpunkt lese. 
  3. "Raum" von Emma Donoghue. Dieses Buch wird von dem fünfjährigen Jack erzählt, der zusammen mit seiner Mutter in einem kleinen Raum lebt und überhaupt nicht weiß, dass außerhalb der Wände eine ganze Welt existiert. Die Geschichte der beiden ist dabei an den Fall "Josef Fritzl" angelehnt. Ich hatte anfangs ziemliche Schwierigkeiten mit dem Schreibstil, weil das Buch so geschrieben ist, wie es ein Fünfjähriger erzählen würde. Es fehlen sämtliche Artikel vor Nomen und die Wortwahl wirkt oft ziemlich merkwürdig. Ich hab mich dann aber doch relativ schnell daran gewöhnt und dann hat es sich auch recht flüssig und schnell lesen lassen. Ich bin mir trotzdem nicht wirklich sicher, was ich von dem Buch halten soll. Ich denke, dass die Autorin die Mutter-Kind Beziehung ganz gut dargestellt hat, aber dadurch, dass das Thema so beklemmend ist, könnte ich nicht behaupten, dass mir das Lesen Spaß gemacht hätte.  
  4. "Unnatural Creatures", eine Kurzgeschichtensammlung die von Neil Gaiman zusammengestellt wurde. Ich hab einige Geschichten bereits im Oktober gelesen und zwei oder drei hab ich noch vor mir. Alle diese Geschichten beinhalten irgendeine Form von übernatürlicher Kreatur (wie der Titel schon erahnen lässt) und wie das bei Kurzgeschichtensammlungen mit diversen Autoren nunmal so ist, treffen nicht alle immer ganz meinen Geschmack. Insgesamt machen sie mir aber schon Spaß und die Abwechslung ist auch ein Pluspunkt. Überhaupt lese ich Kurzgeschichten sehr gerne, wenn ich in Prüfungsphasen stecke. Ich hab nämlich das Problem, dass gute Bücher bei mir oft einen richtigen Sog entwickeln und ich mich dann nur schlecht von den Geschichten lösen kann, weil ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Kurzgeschichten kann ich dagegen einfach ohne Unterbrechung komplett durchlesen, die Sache ist abgeschlossen und ich kann mich wieder voll und ganz auf Lernstoff konzentrieren. Falls ihr also das gleiche Problem haben solltet, wären Kurzgeschichten vielleicht auch eine gute Lösung für euch ;)
  5. "Something Rotten" (dt. "Es ist was faul") von Jasper Fforde. Ich wiederhole mich, aber ich kann gar nicht oft genug sagen, wie sehr ich die "Thursday Next"-Reihe liebe. Bei dem Buch handelt es sich um den 4. Band, deshalb verrate ich euch über den Inhalt lieber nichts. Diese Bücher sind auf eine sehr absurde Art und Weise unheimlich komisch (Stichwort: Britischer Humor, erinnert zum Beispiel etwas an Douglas Adams) und bringen mich beim Lesen wirklich laut zum Lachen. Überhaupt kann ich diese Bücher einfach nur jedem empfehlen, der was für Literatur übrig hat und über einen grober Überblick über die wichtigsten englischsprachigen Klassiker verfügt, ansonsten versteht man viele Witze und Anspielungen wahrscheinlich nicht. In diesem Teil spielt z.B. Hamlet eine große Rolle und zum erste Mal in meinem Leben war ich tatsächlich froh darüber, dass ich vor Jahren in einem Shakespeare Seminar war und das Stück gelesen habe. Lest euch einfach am besten mal den Klappentext des 1. Teils "The Eyre Affair"/"Der Fall Jane Eyre" durch.
  6. "The Invisible Man" (dt. "Der Unsichtbare") von H.G. Wells. Ich hab mir vorgenommen, 2015 jeden Monat mindestens einen Klassiker zu lesen und das war meine Wahl für den Januar. Von Wells habe ich bereits "War of the Worlds" und "The Time Machine" gelesen und beide hab ich auch wirklich gerne gemocht. Auch "The Invisible Man" hat mir wieder richtig gut gefallen - ich mag seinen Schreibstil gerne und Science Fiction sowieso. Leuten, die sich für das Genre interessieren, würde ich dazu raten, mal einen Blick auf seine Bücher zu werfen. Ich finde es zumindest immer ganz spannend zu sehen, wie so etwas angefangen hat.