Lesemonat ⎨Oktober 2014⎬

Wie ich in meinem letzten Eintrag schon angekündigt habe, habe ich mich im Oktober für eine Art "Motto-Monat" zum Thema Halloween entschieden. Mir persönlich erschienen dafür Thriller, Horror, Gruselgeschichten und Klassiker aus der Gothic Fiction als passend. Falls ihr euch jetzt fragt, wie um alles in der Welt hier "About a Boy" dazu passt, dann lautet die klare Antwort: Gar nicht. Das hatte ich schlicht und ergreifend einfach bereits gelesen, bevor mir diese Idee eines Motto-Monats überhaupt kam.

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  1. "About a Boy" von Nick Hornby. Eine Geschichte über den 12-jährigen Marcus, der viel zu erwachsen für sein Alter ist und den 36-jährigen Will, der immer noch nicht im Ernst des Lebens angelangt ist. Dass beide voneinander profitieren können, liegt nahe. Ich denke, viel muss ich zum Inhalt auch gar nicht sagen, denn sowohl Buch, als auch die entsprechende Verfilmung sind ja recht bekannt. Was ich an Nick Hornby so klasse finde, ist, dass es einfach immer und immer wieder schafft, ernste Themen in lustige Geschichten zu verpacken. Da fühlt man sich beim Lesen nicht deprimiert und wird trotzdem zum Nachdenken angeregt. In diesem Buch ist es so, dass Marcus' Alleinerziehende Mutter depressiv und suizidal ist, alles andere als einfach für einen zwölfjährigen, der voll und ganz auf sie angewiesen ist. Es ist also nicht verwunderlich, dass er versucht, sich neue Konstanten im Leben auszubauen und sich an Will klammert, den er nur durch Zufall kennenlernt. Insgesamt wirklich eine wirklich nette Geschichte mit einigen Schmunzel-Momenten und auf jeden Fall empfehlenswert.
  2. "Doctor Sleep" von Stephen King. Dabei handelt es sich im die Fortsetzung von "Shining", meinem Lieblingsbuch von ihm. Zwischen den beiden Veröffentlichungen liegen über 30 Jahre und auch ähnlich viel Zeit ist im Leben des Protagonisten verstrichen. Aus dem kleinen Danny ist der alkoholabhängige Dan geworden, der nirgends so richtig zuhause ist, bis er seinen "Mentor" und einen festen Arbeitsplatz als Hausmeister einer Klinik in einer Kleinstadt findet. Dort verrichtet er allerdings nicht nur die üblichem Hausmeistertätigkeiten, sondern findet auch für seine übernatürlichen Fähigkeiten Anwendung, indem er Sterbenden auf ihrem Weg ins Jenseits zur Seite steht. Diese Teile der Geschichte mochte ich auch wirklich gerne, allerdings kamen sie leider nicht annähernd so häufig vor, wie ich es mir gewünscht hätte. Dan stellt nämlich außerdem noch eine Verbindung zu einem Mädchen her, welches eine unglaublich starkes Shining besitzt und in Gefahr gerät. Es gibt nämlich eine Gruppe von Wesen, "the True Knot", welche sich von Kindern mit diesen Shining-Fähigkeiten ernährt und hinter ihr her ist. Alles in allem war ich vom Buch und dem Verlauf der Geschichte dann ziemlich enttäuscht, weil ich mir etwas ganz anderes erwartet habe und ich mit diesen vampirartigen Wesen so gar nicht warm wurde. Ich fand es leider auch nicht mal ansatzweise so unheimlich wie "Shining" und die Auflösung fand ich im Vergleich zur Buchlänge schon sehr kurz und unspektakulär. Wie schon erwähnt: für mich persönlich eine Enttäuschung, weil es nichts von der Stimmung vermittelt hat, die ich an Shining so klasse fand. 
  3. "Cupido" von Jilliane Hoffman. Ein Thriller, den ich schon seit Jahren auf dem Schirm hatte, weil ich so oft begeisterte Rezensionen dazu gelesen habe. Hier geht es um eine Frau, die Opfer einer Vergewaltigung wird und dessen Täter nicht ermittelt werden konnte. Was ich recht spannend fand, war die Tatsache, dass hier mal nicht aus der Perspektive eines Ermittlers, sondern aus Sicht der Staatsanwältin erzählt wird, was die Autorin (die selbst Anwältin war) recht authentisch rübergebracht hat. Insgesamt war ich von dem Buch aber eher enttäuscht. Die Geschichte war eigentlich recht spannend und das Ende hab ich auch nicht kommen sehen, obwohl ich teilweise schon die richtige Vermutung hatte, aber ich fand den Schreibstil nicht sonderlich gelungen und die Ausdrucksweise furchtbar unnatürlich. Ich glaube auch, dass das gar nicht an der Autorin, sondern an der Übersetzung lag, denn manche Satzteile hätten durchaus Sinn ergeben, wenn man sie Wort für Wort ins Englische rückübersetzt, im Deutschen klangen sie aber einfach nur grässlich konstruiert. Ich persönlich werde wahrscheinlich nichts von der Autorin lesen, weil das Buch nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat, aber es war auch nicht schlecht. 
  4. "Frankenstein" von Mary Shelley. Wenn ich mir Frankensteins Monster vorgestellt habe, dann hatte ich immer ein gigantisches, brutales, menschenähnliches Geschöpf mit grüner Haut und Nähten an der Stirn vor Augen. Bilder, die ich kenne, ohne dass ich mir jemals eine Verfilmung angesehen, geschweige denn mich mit der Geschichte des Buches befasst habe. Interessiert hat es mich aber schon seit langem, nur hab ich blöderweise vor Jahren eine Ausgabe mit winziger und unsauber gedruckter Schrift gekauft habe, weshalb ich dann letztendlich nie dazu gegriffen habe. Jetzt habe ich mir allerdings nochmal eine neue Ausgabe besorgt (ach, ich liebe die Penguins English Library Editionen!) und mein Vorhaben in die Tat umgesetzt. Ich war letztendlich auch nicht wenig überrascht, als ich gemerkt habe, dass meine Vorstellung von Frankenstein und seinem Monster völlig falsch und die Geschichte nicht gerade unheimlich, sondern eher traurig war. Die Erschaffung des Monsters hab ich mir eigentlich immer deutlich spektakulärer vorgestellt, im Buch wird aber nur ganz kurz darauf eingegangen. Ich möchte damit allerdings absolut nicht sagen, dass mich das enttäuscht hat - eher im Gegenteil. Die Geschichte war zwar komplett anders als erwartet, aber wirklich gut. Außerdem hat es mich erstaunt, wie gut sie sich lesen ließ in Anbetracht der Tatsache, dass es aus dem frühen 19. Jhdt. stammt. Ich persönlich bin wirklich froh, dass ich dieses Buch endlich gelesen habe und würde es auch anderen empfehlen.
  5. "Unnatural Creatures", eine Kurzgeschichtensammlung mit Werken diverser Autoren, zusammengestellt von Neil Gaiman. In diesem Buch finden sich, wie der Titel schon verrät, Geschichten mit und über übernatürliche, fantastische Wesen. Ich hab im Laufe des Monats immer mal wieder die ein oder andere Geschichte gelesen und fand sie für zwischendurch ganz unterhaltsam. Natürlich sind nicht alle gleich gut, aber ich bin mit der Zusammenstellung im Großen und Ganzen recht zufrieden. Ich hab bisher ungefähr die Hälfte der Geschichten gelesen und werde mir den Rest für wann anders (vielleicht für's nächste Halloween?) aufheben. Leute, die Kurzgeschichten mögen, könnten da auf jeden Fall mal einen Blick drauf werfen.

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